{"id":29,"date":"2015-10-19T16:07:06","date_gmt":"2015-10-19T14:07:06","guid":{"rendered":"http:\/\/eine-welt-erleben.de\/wordpress\/?page_id=29"},"modified":"2018-03-06T10:41:31","modified_gmt":"2018-03-06T09:41:31","slug":"helen-in-masabuka","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/helen-in-masabuka\/","title":{"rendered":"Helen in Masabuka"},"content":{"rendered":"<p>[:de]<\/p>\n<div dir=\"auto\">\n<p dir=\"ltr\"><strong>Zeitreise in mein FSJ<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Als ich 2015\/16 in Mazabuka mein FSJ gemacht habe, kam nat\u00fcrlich die Frage auf, ob ich denn vorhabe wieder zur\u00fcck zukommen. Am Liebsten nat\u00fcrlich, ob ich \u201cfor good\u201c, sprich f\u00fcr immer, nach Sambia zur\u00fcck kehre.<br \/>\nNun endlich, dieses Jahr, im Februar, habe ich es hinbekommen ein wenig Geld zusammenzusuchen, einen Flug zu buchen und zu \u00fcberlegen was ich wohl wem mitbringe und was ich zu dieser Jahreszeit packen muss. Das Wetter hat mich trotzdem \u00fcberrascht. Gestartet bei um die 0 Grad in Frankfurt, landete ich bei schw\u00fclen Temperaturen einen Tag sp\u00e4ter in Lusaka. Die Luft war wie im Schwimmbad, dachte ich zuerst, irgendwie ungewohnt. Genau wie die Ger\u00fcche im ersten Moment.<br \/>\nLusaka kam mir auch sofort anders vor als 2015. Erstens, nat\u00fcrlich, hatte ich nicht denselben Kulturschock wie damals -ich hatte schlie\u00dflich alles schon einmal gesehen. Aber es hatte sich ver\u00e4ndert, diese so vollgepackte Hauptstadt. Keine Stra\u00dfenverk\u00e4ufer mehr, keine qualmenden M\u00fcllberge an jeder Ecke. Ich redete mit einem Taxifahrer dar\u00fcber. Er lachte. Es ist wegen Cholera, meinte er. Weil der Krankheitsausbruch dieses Jahr so schlimm gewesen war, hatte die Regierung das Milit\u00e4r angeheuert die Stra\u00dfen sauber zuhalten. Schien zu funktionieren.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/2018\/03\/06\/zeitreise-in-mein-fsj\/heleninsambia\/\" rel=\"attachment wp-att-507\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-507\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/heleninSambia.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/heleninSambia.jpg 1000w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/heleninSambia-744x992.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/heleninSambia-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Auch Mazabuka, die Stadt in der ich mein Jahr verbrachte, sah auf den ersten Blick seltsam aus -wie als w\u00fcrde ich blo\u00df durch ein Fenster blicken. Die erste Begegnung mit meiner Familie und meinen Freunden, wieder der erste Schritt \u00fcber die T\u00fcrschwelle, wieder das erste Mal Minibus fahren oder mit einem Eimer Wasser duschen -es f\u00fchlte sich alles an, als w\u00e4re ich blo\u00df eine Schlafwandlerin.<br \/>\nSchlie\u00dflich war alles dann doch irgendwie als w\u00e4re ich niemals weg gewesen. So viele Leute erinnerten sich an mich, ich war wirklich erstaunt. Ganz ganz schnell schlich sich der Alltag wieder ein. Ich hatte zwar vor noch ein bisschen Ferien zu machen, aber die zwei Wochen, in der ich in meiner Gastfamilie verbrachte, waren einfach als w\u00e4re ich gestern erst gefahren und heute wieder gekommen. Es war wirklich wie eine kleine Zeitreise zur\u00fcck nach 2015.<br \/>\nIch war sofort wieder die kleine Chileleko. Kein St\u00fcck \u00e4lter geworden.Die immer noch Punkt sieben Uhr zuhause sein musste. Keine Chance. Unter Mamas Dach war ich immer noch genauso Kind wie vor zwei Jahren.<br \/>\nViele Leute hatten sich ver\u00e4ndert, manche gar nicht. Besonders die Kinder waren alle pl\u00f6tzlich so gro\u00df. Meine Nichte, die geboren wurde, als ich dort war, konnte nun rumrennen und sprechen. Erst da merkte ich, dass doch etwas Zeit vergangen war. Nicht nur diese Kinder waren \u00e4lter geworden, auch ich.<br \/>\nIch merkte, dass ich die ersten Tage sehr vorsichtig war. Wasser abkochen, H\u00e4nde waschen, kein rohes Gem\u00fcse essen, unter einem M\u00fcckennetz schlafen. Es war nicht wie im Laufe des Jahres, wo mir das alles irgendwann egal war und ich mich soweit angepasst hatte. Und auch meine Freunde dort hatten sich ver\u00e4ndert, gingen pl\u00f6tzlich alle studieren und meine Schwester hatte ein Kind bekommen. Sie erz\u00e4hlte mir alles, wie spannend die Schwangerschaft und die Geburt gewesen war und wie es jetzt ist, gleichzeitig Mama zu sein und das Abitur nachzuholen. Es gab viel zu erz\u00e4hlen. So sa\u00df ich die ersten Tage viel herum, drinnen und drau\u00dfen, begleitete Freunde zum Markt und wieder zur\u00fcck und tat nicht viel au\u00dfer quatschen und genie\u00dfen und ein bisschen hier und da mit anpacken.<br \/>\nNat\u00fcrlich musste ich auch diverse Besuche abstatten, weil ein paar Familienmitglieder mittlerweile in anderen St\u00e4dten wohnten. So fuhr ich zum Beispiel ein Wochenende nach Chikuni, einem sehr sehr kleinen gepflegten Ort mitten im sambischen Busch. Vor lauter Regen durchpfl\u00fcgte unser Taxi tiefe Pf\u00fctzen und wir verbrachten das Wochenende nahe dem Holzkohlefeuer.<br \/>\nIch hatte, bevor ich geflogen war, ein bisschen Angst, alles w\u00fcrde vielleicht anders sein, Erinnerungen zerst\u00f6rt oder meine Erwartungen entt\u00e4uscht. Aber das war nicht so. Sambia empfing mich mit offenen Armen, genau wie die Leute dort. Eine Freundin lie\u00df fast ihr Baby fallen, als sie mich unerwartet wieder sah. Mein Bruder schrie vor Freunde, weil er nicht glauben konnte, dass ich wirklich vor ihm stand. Und ich konnte es ehrlich gesagt auch lange nicht glauben.<br \/>\nErst nach hundert Mal sambische Luft atmen, Gospelmusik h\u00f6ren, nachts dem Regen auf dem Wellblechdach lauschen und den Sonnenbrand in meinem Nacken sp\u00fcren, wusste ich, dass ich wirklich, wirklich wieder da war.<\/p>\n<hr \/>\n<\/div>\n<p><strong>Ausleben und Einleben<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Welten sto\u00dfen aufeinander, wenn ich an die Wochen des Abschieds und der Ankunft denke. Die Wochen, in denen sich Sambia und Deutschland irgendwie \u00fcberschnitten haben und ein Gef\u00fchlschaos in mir ausgebrochen ist, ein Gef\u00fchlschaos voller Gegens\u00e4tze: Traurigkeit, Freude, Panik, Angst, Aufregung, Stress, alles auf einmal. Der Abschied in Sambia ist mir \u00fcberraschend schwer gefallen. Ich h\u00e4tte zu Anfang des Jahres nie geglaubt, dass ich so sehr ankommen w\u00fcrde. Dass ich mich in einem Jahr so heimisch auf der anderen Welthalbkugel f\u00fchlen w\u00fcrde. Dass ich, wenn ich an Deutschland denken w\u00fcrde, gar nicht mehr wissen w\u00fcrde, warum ich dahin \u00fcberhaupt noch <a href=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/helen-in-masabuka\/helen_freunde\/\" rel=\"attachment wp-att-234\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-234\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Helen_freunde-420x1148.jpg\" alt=\"helen_freunde\" width=\"300\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Helen_freunde-744x854.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Helen_freunde-768x882.jpg 768w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Helen_freunde.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> zur\u00fcckfliegen sollte: Ich hatte doch jetzt hier, in Sambia, alles, was ich brauchte. Tr\u00e4nen sind geflossen, ich bin noch einmal richtig krank geworden, mein Kreislauf und meine Gef\u00fchle sind Achterbahn gefahren und die letzte Woche in Sambia war wie ein (Alb-)Traum: Ich konnte einfach nicht glauben, dass ich das alles hinter mir lassen w\u00fcrde. Genie\u00dfen war nicht mehr: Ich sah immer vor Augen, dass es das letzte Mal war: Das letzte Mal Messe feiern, das letzte Mal arbeiten gehen, das letzte Mal meine Freunde besuchen. Wie kann man das letzte Mal genie\u00dfen? Die Menschen haben mir den Abschied besonders schwer gemacht, weil sie mir gezeigt haben, wie sehr sie mich schon in ihr Leben eingegliedert hatten. An meiner Abschiedsfeier hat meine Small Christian Community ein total sch\u00f6nes Video mit Bildern, die w\u00e4hrend des Jahres entstanden sind, gestaltet. Au\u00dferdem sind sowohl meine gro\u00dfe Schwester aus Monze als auch aus Lusaka angereist um mir Tsch\u00fcss zu sagen. Wir hatten die letzten Tage also ein volles und lebendiges Haus, was total sch\u00f6n war. Zum Abschied habe ich dann etwas ganz Tolles bekommen: <a href=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/helen-in-masabuka\/helen_trikot\/\" rel=\"attachment wp-att-235\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-235\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Helen_trikot.jpg\" alt=\"helen_trikot\" width=\"300\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Helen_trikot.jpg 800w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Helen_trikot-744x584.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Helen_trikot-768x603.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ein sambisches Trikot mit meinem Tonganamen auf dem R\u00fccken! Ich war so stolz, dass ich es sogar auf dem Flug angezogen habe. Als ich mich von meiner Familie verabschieden musste und schlie\u00dflich auf dem Weg nach Lusaka war, Mazabuka hinter mir gelassen, f\u00fchle ich mich, als h\u00e4tte ganz Sambia mit mir Schluss gemacht: Es war Vergangenheit. Ich hatte mich in Sambia verliebt und nun flog ich wieder zur\u00fcck \u201enach Hause\u201c. Wie konnte ich nach Hause fliegen, wenn doch jetzt mein Zuhause in Sambia war? Als ich im Flieger sa\u00df, wusste ich immer noch nicht, worauf ich mich freuen sollte. Ich hatte vergessen, worauf ich mich das ganze Jahr immer gefreut hatte. Sambia war noch zu pr\u00e4sent, Deutschland schon viel zu weit weg. Mich stresste jeder Gedanke an das, was nun vor mir lag.<a href=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/helen-in-masabuka\/helen_abschied\/\" rel=\"attachment wp-att-233\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-233\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen_abschied.jpg\" alt=\"helen_abschied\" width=\"300\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen_abschied.jpg 800w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen_abschied-744x800.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen_abschied-768x826.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Meine Zeit wieder in Deutschland lief langsam an, doch Tag f\u00fcr Tag zur\u00fcck in der \u201eHeimat\u201c freute ich mich mehr, wieder hier zu sein. Es gab so viele Dinge die ich schon so lange nicht mehr gemacht hatte und wo ich schon ganz vergessen hatte wie gerne ich dieses und jenes tue. Endlich wieder deutsch reden. Endlich wieder Auto fahren. Endlich wieder in die Stadt shoppen gehen ohne alle zwei Meter angesprochen zu werden. Endlich wieder abends unterwegs sein ohne einen strengen Blick von den Eltern zu bekommen. Ich konnte kaum schlafen, weil es einfach bessere Dinge zu tun gab. Ich genoss es, keine Teller zu sp\u00fclen, keine Kleider mit der Hand zu waschen und nicht jeden Tag zwei Mal das Haus zu fegen. In den ersten Tagen war ich so besch\u00e4ftigt, wieder \u201edeutsch\u201c zu werden, dass Sambia ziemlich in den Hintergrund r\u00fcckte. Ich hatte Angst, dass ich das Jahr einfach vergessen w\u00fcrde. Dass ich morgens aufwachen und denken w\u00fcrde, dass alles nur ein gro\u00dfer Traum gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wieder prallten Gegens\u00e4tze aufeinander: Es war f\u00fcr mich so schwer gewesen Sambia zu verlassen, aber ich war auch so gl\u00fccklich wieder in Deutschland sein zu d\u00fcrfen. Wie konnte das sein?<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck wurde nach und nach alles wieder Alltag und ich konnte Sambia mehr vermissen und wertsch\u00e4tzen. Ich vermisste die Spontanit\u00e4t der Menschen, einfach mal bei Freunden vorbeizuschauen ohne sich Tage vorher zu verabreden. Ich vermisste es, mit meinem Bruder so laut Musik zu h\u00f6ren, dass wir den ganzen Compound beschallen und dabei zu tanzen. Ich vermisste die sch\u00f6nen Sonntage mit meiner Schwester nach der Messe, wo wir das ganze Haus f\u00fcr uns alleine hatten. Ich vermisste unser Nachbarskind, das immer meinen Namen durch den ganzen Garten gebr\u00fcllt hatte, bis dass ich endlich kam und mit ihr spielte. Ich w\u00fcrde das Jahr nicht vergessen. Ich w\u00fcrde es weiterleben und mit meinen deutschen Freunden und meiner Familie teilen. Ich hatte \u00fcber 2000 Fotos und Videos, ich hatte Geschichten und Erinnerungen, so viele, dass ich Wochen h\u00e4tte durchreden k\u00f6nnen. Und \u00fcberraschender Weise waren so viele Menschen interessiert an dem, was ich erlebt hatte. Auch wenn manchmal das Verst\u00e4ndnis falsch oder nicht da war. Das konnte ich ja immer noch \u00e4ndern. Dazu war ich ja wieder hier.<\/p>\n<p>Ich will dem EWE ganz herzlich f\u00fcr dieses Jahr danken. Ich h\u00e4tte nie eine bessere Entscheidung treffen k\u00f6nnen, als nach Sambia zu fliegen. Ganz sicher war es eins der besten Jahre meines Lebens mit so vielen Erfahrungen und Erlebnissen. Vielen Dank!<\/p>\n<p><em>Helen Hermens<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Immer wieder stolpere ich \u00fcber neue Dinge, die entdeckt werden wollen<\/strong><\/p>\n<p>Mir kommt es vor wie Gestern als ich den letzten Bericht geschrieben habe, trotz dass wieder einmal so viel in den paar Monaten passiert ist und ich wieder einmal so viel Neues gelernt habe. Man darf hier nie denken \u201eso, jetzt wei\u00df ich \u00fcber alles Bescheid, jetzt bin ich eine echte Sambierin.\u201c Immer wieder stolpere ich \u00fcber neue Dinge, die entdeckt werden wollen und treffe neue Menschen, die mir neue Geschichten erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>So letztens zum Beispiel als ich mich auf den Weg zum Singen gemacht habe. Wir haben uns jeden Nachmittag vor Ostern getroffen um f\u00fcr das Easter Festival, einem Nachmittag f\u00fcr die Ch\u00f6re in den Small Christian Communities, zu proben. Auf dem Weg zu dem Treffen ist mir ein \u00e4lterer Herr begegnet, der nicht wie sonst viele mir einfach nur \u201eMzungo\u201c hinterhergerufen oder mir ein n\u00e4chstes \u201eHow are you?\u201c an den Kopf geworfen hat. Er hatte einen Maiskolben dabei, hat ihn in zwei H\u00e4lften geteilt und mir eine H\u00e4lfte angeboten. Und so sind wir zusammen ein St\u00fcck gegangen. Er fand es super, dass ich das Tongawort f\u00fcr Maiskolben \u201ePopgwe\u201c kannte und wir haben uns wirklich nett unterhalten: \u00dcber Politik und die anstehenden Wahlen im August, die schlechte Regenzeit und er hat mir verk\u00fcndet, dass \u201eSambia ja so ein friedvolles Land ist\u201c, wie es mir schon viele zuvor gesagt haben. Ja, das sehe ich genauso, doch manchmal zweifele ich ein bisschen an dem ber\u00fchmten Slogan \u201eOne Zambia one Nation\u201c, mit dem jeden Abend die Nachrichten beginnen. Das liegt vor allem an den vielen kleinen St\u00e4mmen in Sambia und den vielen (74!) unterschiedlichen Sprachen. Da ist es manchmal ganz sch\u00f6n schwer ein Land zu sein, besonders in der Zeit vor den wirklich sehr wichtigen Wahlen. Sambia hat gerade ein paar Laster zu tragen. Unsere W\u00e4hrung verliert an Wert. Die Regenzeit war sehr trocken, sodass der Mais nicht ordentlich wachsen konnte. Geplante Stromausf\u00e4lle (das bedeutet, dass jede Stadt einen Plan bekommt, auf dem steht an welchem Wochentag um welche Uhrzeit es keinen Strom gibt) und somit Wasserausf\u00e4lle geh\u00f6ren zum Alltag dazu. Die Sambier sind deswegen alle sehr gespannt auf die Wahlen im August. Wird sich dann endlich etwas verbessern? Man kann bereits jetzt schon die Spannung in der Luft sp\u00fcren. Zu schade, dass ich im August wieder in Deutschland sein werde. In Deutschland, wo man irgendwie \u00fcberhaupt nichts davon h\u00f6rt, dass der Kwacha gerade eine ziemliche Kriese hat oder dass sich so viele Menschen Sorgen um ihr Hauptnahrungsmittel machen. Das ist schon sehr komisch wenn ich daran denke, weil Sambia nun meine zweite Heimat ist und pl\u00f6tzlich so viel wichtiger als jedes andere Land, was andauernd in den deutschen Nachrichten ist.<\/p>\n<p>Was ich au\u00dferdem Neues kennengelernt habe, ist Ostern. Ich habe immer gedacht, ich kenne Ostern. Ja, deutsches Ostern vielleicht mit einer and\u00e4chtigen Osternacht und ein paar buntgemalten Eiern die ein Hase versteckt (schon ein seltsamer Brauch, wenn man mal dar\u00fcber nachdenkt). Aber ich kannte bis dieses Jahr nicht das sambische Ostern, ein so besch\u00e4ftigtes Fest mit so viel Hingabe und Glauben und Freude. Palmsonntag sind wir alle unter Singen mit mannsgro\u00dfen Palmwedeln zur Kirche gelaufen. Gr\u00fcndonnerstag hatten wir eine Messe mit so vielen Ges\u00e4ngen. Karfreitag haben die Jugendlichen den Kreuzweg nachgespielt: Mit echten Kreuzen an denen die Jungs wirklich aufgeh\u00e4ngt wurden und so viel Dramatik, dass ich echt das Gef\u00fchl hatte, das erste Mal den Kreuzweg richtig verstanden zu haben. Und dann die Osternacht. Ich habe noch nie in meinem Leben (selbst nicht hier in Sambia) so eine Messe erlebt. Es war zuerst sehr feierlich mit den vielen Kerzen in der Kirche. Und dann war die Atmosph\u00e4re schlie\u00dflich voller Freude als Jesus Auferstehung verk\u00fcndet wurde. Ich habe gedacht, Jesus h\u00f6chstpers\u00f6nlich kommt zur Kirche hereinspaziert, so sehr haben die Menschen gefeiert, getanzt, gesungen und geschrien. Es war wirklich fantastisch. Ich habe bereits meiner Familie gesagt, dass ich, wenn ich Sambia wieder besuchen komme, auf jeden Fall Ostern kommen werde.<\/p>\n<p>Die Geschichten die ich sonst hier oft mith\u00f6re oder erz\u00e4hlt bekomme, handeln regelm\u00e4\u00dfig von Hexen, Schlangen, b\u00f6sen Geistern und dem Teufel. Nat\u00fcrlich habe ich dar\u00fcber schon von Vorfreiwilligen geh\u00f6rt, aber zu sehen, wie ernst viele Menschen diese Geschichten nehmen, hat mich trotzdem \u00fcberrascht. \u201eIch glaube nicht daran, aber es ist da.\u201c Diese Aussage habe ich schon oft geh\u00f6rt. Zuerst war ich ein bisschen verwirrt. Wenn man an etwas nicht glaubt, dann ist es doch auch nicht da, oder? Dann aber habe ich verstanden, was mit \u201eGlauben\u201c gemeint ist. Glauben in diesem Falle hei\u00dft so etwas wie \u201eAnbeten\u201c \u201eVerehren\u201c oder \u201eUnterst\u00fctzen\u201c. So \u201eglauben\u201c viele an Gott oder an den christlichen Glauben, jedoch nicht an Zauber und Witchcraft. Lustige Missverst\u00e4ndnisse tauchen so immer wieder auf.\u00a0 Zum Beispiel war letztens ein wei\u00dfer, etwas \u00e4lterer Mann in einem Dorf unterwegs. Er hatte zuf\u00e4llig ein bisschen Bart und anscheinend ein wei\u00dfes Gewand an, denn pl\u00f6tzlich wurde er von allen als der wiederauferstandene Jesus gehalten. Dazu w\u00e4re es in einem deutschen Dorf sicherlich nicht gekommen.<\/p>\n<p>Eine immer noch gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr mich ist die Sprache: Tonga hier in Mazabuka. Ich muss immer wieder feststellen, dass Englisch vielleicht die Landessprache ist, doch die Menschen untereinander eigentlich nie Englisch reden. Wenn ich manchmal mit Freunden unterwegs bin, bekomme ich nur Brocken von dem mit, \u00fcber das sie reden und dass ist manchmal echt schade, weil ich es so gerne verstehen w\u00fcrde! Ein paar Dinge sind mir aber nat\u00fcrlich schon vertraut und es ist immer sch\u00f6n zu sehen, wie sich jemand freut, wenn man auf dem Markt einkaufen geht und nach dem Preis auf Tonga fragt: \u201eMali nzi?\u201c. Ich habe aus der Schule wo ich zurzeit arbeite ein Tonga-Englisch W\u00f6rterbuch bekommen, was mir wirklich sehr hilft. Darin stehen auch Tonga Sprichw\u00f6rter und ich fand es sehr interessant zu sehen, wie sehr die Umgebung und die Kultur Sprichw\u00f6rter beeinflusst. Zum Beispiel ist unser \u201eder fr\u00fche Vogel f\u00e4ngt den Wurm\u201c auf Tonga \u201eInjombe ntaanzi njinywa meenda mabotu\u201c, w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt: \u201eDer erste Elefant trinkt das sauberste Wasser.\u201c Auch die Familiensituation und das Gef\u00fchl von Familie dr\u00fcckt sich perfekt in der Sprache hier aus. Hier in Sambia stehen alle T\u00fcren jederzeit jedermann offen. Alle werden mit in die Familie aufgenommen und wenn meine Mutter mir jemanden als meine Tante vorstellt, dann ist das nicht unbedingt die Schwester meiner Mutter oder meines Vaters, sondern vielleicht auch die Cousine oder die angeheiratete Gro\u00dftante. So gibt es in Tonga zum Beispiel gar kein Wort f\u00fcr Cousin oder Cousine, es gibt nur Bruder und Schwester. Das Wort f\u00fcr \u201eTante\u201c in Tonga \u201eBaama Bamwi\u201c wird wortw\u00f6rtlich mit \u201emeine andere Mutter\u201c \u00fcbersetzt. Ich finde, dass zeigt wie offen und herzlich die Menschen hier sind. Und das erfahre ich immer wieder.<\/p>\n<p>Ich kann gar nicht glauben, dass ich meinen n\u00e4chsten Bericht schon in Deutschland verfassen werde. Ich bin doch gerade erst angekommen! Ich habe mich doch gerade erst eingelebt und das Essen, die Menschen, das Klima, die Stadt lieben gelernt. Ich glaube, egal wie viele Berichte, Fotos und Eindr\u00fccke ich vor meinem Jahr von anderen Freiwilligen und auf den Vorbereitungsseminaren bekommen habe, ist dieses Jahr doch ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Vor allem jedoch h\u00e4tte ich nie gedacht, dass ich es so schwer finden w\u00fcrde, Mazabuka wieder zu verlassen. Zum Gl\u00fcck habe ich noch knapp drei Monate!<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\"><strong>Spirituelle Adventszeit<\/strong> <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Irgendwie vermisse ich die deutsche Adventszeit schon \u2013mit Adventskalender, Nikolausfest, Pl\u00e4tzchen backen, Weihnachtsmarkt, Schnee, Geschenke kaufen, \u00fcberall Beleuchtung und Kerzen und Weihnachtslieder im Radio. Denn hier merkt man von alledem nichts. Es ist kein bisschen kalt, es gibt keinen Weihnachtsmarkt und die meiste Adventsstimmung bekomm ich noch im Supermarkt wo die G\u00e4nge mit Lametta geschm\u00fcckt sind und Weihnachtslieder laufen. Keine Printenm\u00e4nner und Lebkuchen schon Oktober in den Regalen, keine Weihnachtsbeleuchtung, keine \u00fcberf\u00fcllte Stadt, weil alle Geschenke kaufen. Stattdessen wird hier mehr auf den eigentlichen Grund von Weihnachten geschaut: Jesu Geburt. Deswegen ist Adventszeit kein Rummel um Geschenke, keine Neuinterpretation zum Vorteil f\u00fcr die Gesch\u00e4fte und Geldmacherei, kein Stress. Adventszeit ist das Warten auf Jesus Geburt. Deswegen ist die Kirche in Lila geschm\u00fcckt (die Farbe des Advents), es gibt dort einen Adventskranz und die Leute gehen zu sogenannten \u201eRetreats\u201c, wo man zusammen betet und spirituelle Vortr\u00e4ge gehalten werden. Eigentlich ja viel sch\u00f6ner als der ganze Trubel und die Hetze vor Weihnachten. Eigentlich doch viel entspannter und so, wie Weihnachten urspr\u00fcnglich auch sein sollte bevor der Kapitalismus einen Vorteil aus dem Fest gezogen hat. Aber ich als deutsches M\u00e4dchen vermisse die typische Stimmung im Advent trotzdem. Neben dem Geschenkestress haben wir ja doch sch\u00f6ne Traditionen in Deutschland, wie der Weihnachtsbaum, die Weihnachtslieder und das Pl\u00e4tzchenbacken. Deswegen habe ich hier vor ein paar Wochen schon angefangen Pl\u00e4tzchen zu backen \u2013die nach ein paar Tagen schon aufgegessen waren. Ein bisschen deutsche Weihnachtskultur kann ich so auch hier nach Sambia bringen. Andererseits erfahre ich, was die Jugendlichen hier zu Weihnachten machen: Am Sonntag fand n\u00e4mlich eine Art Wettbewerb zwischen den unterschiedlichen Gruppen innerhalb der Gemeinde statt und zwar im Weihnachtslieder singen. Wir haben uns in unserer Gruppe die Wochen vorher jeden Tag getroffen und Tongalieder einstudiert, dazu bestimmte Schritte und Bewegungen und nat\u00fcrlich mi Trommeln. So werden Weihnachtslieder hier aufgef\u00fchrt. Nicht einfach nur Singen, nein. Es wird getanzt und getrommelt und geklatscht bis man m\u00fcde ist. Die Performances waren echt super! Die B\u00fchne haben die Priester und Schwestern er\u00f6ffnet die zusammen gesungen haben und dann kamen die kleinen Gemeinden. Manche waren so gut, dass das Publikum total gefeiert hat. Leute sind aufgesprungen und auf die B\u00fchne gerannt und haben mitgetanzt und ihre T\u00fccher in der Luft geschwungen. Es war echt eine super Atmosph\u00e4re und man hat den \u201eWeihnachtsspirit\u201c in der Luft gesp\u00fcrt. Unsere Gruppe hat auch einen sehr guten Auftritt hingelegt und wie schon beim ersten Mal Tonga singen waren die Leute \u00fcberrascht und angetan, dass ich als Deutsche in ihrer Sprache mitsinge. Meine Eltern waren sehr stolz und das war ich dann auch. Dieser Tag hat mir gezeigt, was doch das Wahre und Sch\u00f6ne an Weihnachten ist. Zusammenkommen um gemeinsam zu Singen, zu Tanzen, Spa\u00df zu haben und zu genie\u00dfen, dass bald Weihnachten ist. Ja und dann Weihnachten selbst. Ich habe vorher nat\u00fcrlich flei\u00dfig mit meiner Schwester Pl\u00e4tzchen gebacken (die Mama dann versteckt hat damit sie niemand vor Weihnachten isst) und sowieso wurde so viel Essen eingekauft, gekocht und gebacken, dass ich ganz erstaunt war. Wir haben Scons gebacken, Pudding gekocht, es gab verschiedene S\u00e4fte und Softdrinks, wir haben Fisch gebraten, verschiedenes Gem\u00fcse zubereitet und und und. Man hat echt gemerkt, dass was Besonderes bevorstand. Und dann habe ich mir extra f\u00fcr Weihnachten ein Kleid n\u00e4hen lassen, was ich Heiligabend dann abgeholt habe. Flei\u00dfig wurde dann vor der Abendmesse gewaschen und geb\u00fcgelt und sich herausgeputzt und ich war schon ganz aufgeregt wie die Christmette wohl wird. Es war dann echt sehr sch\u00f6n in der Messe. Die Stella-Kinder, wo meine Schwester auch zugeh\u00f6rt, haben getanzt. Sie hatten alle wei\u00dfe Kleider an und Glitzer auf den Armen und beim Gloria und Halleluja haben sie sich in den Mittelgang gestellt und getanzt. Sowieso war es total feierlich, der Chor hat die Lieder geschmettert und alle Leute haben mitgeklatscht und mitgetanzt. Da hat man gesp\u00fcrt, dass Weihnachten ist. Nachher als wir nach Hause kamen, war sogar ein kleiner Weihnachtsbaum im Wohnzimmer aufgebaut und ein Krippenbild aufgestellt. Und es gab so viel gutes Essen, dass wir alle satt und gl\u00fccklich und sehr sp\u00e4t in die Betten gefallen sind. Einmal Weihnachten hier so ganz anders und doch \u00e4hnlich wie in Aachen zu feiern war deswegen auf jeden Fall ein Erlebnis wert. Das Weihnachtsgef\u00fchl war trotz der sommerlichen Temperaturen irgendwie da. <\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-144\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1559-e1452707883709-744x992.jpg\" alt=\"IMG_1559\" width=\"744\" height=\"992\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1559-e1452707883709-744x992.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1559-e1452707883709-768x1024.jpg 768w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1559-e1452707883709-1200x1600.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 744px) 100vw, 744px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-145\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1564-e1452707913608-744x992.jpg\" alt=\"IMG_1564\" width=\"744\" height=\"992\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1564-e1452707913608-744x992.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1564-e1452707913608-768x1024.jpg 768w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1564-e1452707913608-1200x1600.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 744px) 100vw, 744px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-146\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1566-e1452707932865-744x992.jpg\" alt=\"IMG_1566\" width=\"744\" height=\"992\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1566-e1452707932865-744x992.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1566-e1452707932865-768x1024.jpg 768w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_1566-e1452707932865-1200x1600.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 744px) 100vw, 744px\" \/><\/p>\n<p><strong>Sich einleben und die deutsche Note hinzugeben<\/strong><\/p>\n<p>Es ist schon ein bisschen seltsam. Seit ich hier in Sambia bin, scheinen die Uhren anders zu ticken und damit meine ich nicht nur die &#8222;sambische Zeit&#8220;. Wenn ich auf die knapp drei Monate zur\u00fcckschaue wei\u00df ich vielmehr nicht, ob mir das l\u00e4nger oder k\u00fcrzer als drei Monate vorkommen soll oder wie lange einem \u00fcberhaupt und normalerweise drei Monate vorgekommen sind. Wahrscheinlich weil diese Zeit so erlebnisreich war, wom\u00f6glich die erlebnisreichste Zeit bisher in meinem Leben. Als ich vor ein paar Jahren beschlossen habe auf jeden Fall nach der Schule ins Ausland zu gehen, wollte ich zun\u00e4chst nur f\u00fcr ein halbes Jahr fort aus Deutschland. Ein Jahr weit weg von meinen Liebsten, das kam mir so unglaublich lange vor. Ich habe gedacht, sich in ein anderes Umfeld einzuleben, das dauert doch nur ein paar Wochen und ein halbes Jahr ist genug Zeit um eine andere Kultur kennenzulernen. Wie falsch ich doch lag! Ich wollte immer, dass Dinge schnell gehen, dass ich schnell hier ankomme, schnell Tonga lerne, schnell genauso gut Nshima kochen kann, schnell eine echte Sambierin werde. Da musste ich aber entt\u00e4uscht werden. Hier laufen viele Dinge langsam. Deswegen war die erste Sache, die ich lernen musste nicht die Sprache oder das Kochen sondern geduldig zu sein, besonders mit mir selbst. Ich bin nun mal eine Deutsche und ich brauche meine Eingew\u00f6hnungszeit. Das mussten nicht meine Familie und Freunde verstehen (die sind alle sehr geduldig mit mir), sondern das musste ich akzeptieren. Und Schritt bei Schritt lernte ich auch, Schritt bei Schritt nahm ich das Leben in meiner Familie und meiner Arbeitsstelle an und gab meine pers\u00f6nliche Note dazu.<\/p>\n<p>So ist es nicht nur so, dass ich die Leute auf der Stra\u00dfe in Tonga begr\u00fc\u00dfen kann, denn auf der anderen Seite kann meine Familie mich auf Deutsch zur\u00fcckgr\u00fc\u00dfen. Morgens kommt meine Mutter zum Beispiel ins Zimmer und sagt &#8222;Guten Morgen Chile&#8220; und ich sage&#8220; Mwabuka buti?&#8220; und sie antwortet &#8222;Kabotu&#8220; (das ist der Gru\u00df am Morgen in Tonga). Das Beste daran ist aber, dass sie auch meine Schwester im Nachbarzimmer mit &#8222;Guten Morgen&#8220; weckt. So lebt meine Kultur auch ohne mich hier weiter, genauso wie ich vorhabe all diese Erfahrungen sp\u00e4ter in Deutschland zu teilen. Noch besser ist dann aber, wenn meine Schwester meine Mutter in ihrer deutschen Aussprache verbessert. &#8222;Mama das wird Guten Morgen ausgesprochen! Du sagst es falsch!&#8220; Das ist doch mal Kulturaustausch auf Augenh\u00f6he.<\/p>\n<p>Dieser Kulturaustausch l\u00e4sst sich auch sehr gut an meiner Arbeitsstelle finden. Ich bin zurzeit in einer Behindertenschule t\u00e4tig und hier habe ich noch kein Mal erlebt, dass die Kinder &#8222;Mzungo&#8220; rufen wenn sie mich sehen. Mzungo bedeutet, dass ich eine Wei\u00dfe bin und ich mag es gar nicht, wenn ich \u00fcber die Stra\u00dfe gehe und die Kinder dieses Wort rufen. Ich bin nat\u00fcrlich eine Wei\u00dfe und ich kann verstehen, dass die Kinder aufgeregt sind, wenn sie pl\u00f6tzlich ein wei\u00dfes M\u00e4dchen an ihrem Haus vorbeilaufen sehen. Aber ich bin nicht NUR eine Wei\u00dfe. Die Kinder in der Schule haben mich von dem ersten Moment an so angenommen wie ich bin und so macht es keinen Unterschied, dass wir andere Hautfarben haben. Ich gebe Unterricht so gut ich kann und mache mit, wenn andere Lehrer Unterricht geben. So \u00fcbten wir f\u00fcr den Independence Day ein Lied in Bemba ein und ich sang mit auch wenn meine Aussprache bestimmt nicht die Beste war. Aber die Kinder haben sich total gefreut, dass ich mitmachte. Singen. Das k\u00f6nnen die Kinder gut. Bevor der Schulbus kommt, werden die Klassenr\u00e4ume gefegt und es wird gewartet. Dann schnappt sich einer der \u00e4lteren Jungs eine Trommel aus dem Klassenzimmer und pl\u00f6tzlich kommen alle Kinder an, umschwirren ihn, klatschen, trampeln, zerren mich in die Mitte und meinen ich soll tanzen. Meistens lachen sie \u00fcber meine Art zu tanzen und ich muss oft feststellen, dass die Sch\u00fcler hier es besser k\u00f6nnen als ich, egal ob sie nun ein Handicap haben oder nicht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-126\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG-20151106-WA0002-744x555.jpg\" alt=\"IMG-20151106-WA0002\" width=\"744\" height=\"555\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG-20151106-WA0002-744x555.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG-20151106-WA0002-768x573.jpg 768w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG-20151106-WA0002-1200x895.jpg 1200w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG-20151106-WA0002.jpg 1265w\" sizes=\"auto, (max-width: 744px) 100vw, 744px\" \/>Am Independence Day haben ein paar der M\u00e4dchen eine Art Marsch vorgef\u00fchrt und nat\u00fcrlich habe ich mitgemacht. Jeder von uns hat einen schwarz-wei\u00df angemalten Stock in die Hand bekommen. Mit dem marschiert man auf und ab w\u00e4hrend einer Trommel spielt und macht unterschiedliche Bewegungen. Es hat so viel Spa\u00df gemacht! Und noch besser war zu sehen wie gl\u00fccklich die Leute waren ein wei\u00dfes M\u00e4dchen mitmarschieren zu sehen. Au\u00dferdem hatten wir eine Feier in der Gemeinde unter den Jugendlichen wo ordentlich getanzt wurde -und diesmal nicht nur auf sambische Art! Ich habe den M\u00e4dchen n\u00e4mlich den f\u00fcr Karneval typischen Gardetanz beigebracht und alle waren total begeistert.<\/p>\n<p>Was ich hier in meiner Familie besonders lerne, ist, die Dinge zu sch\u00e4tzen, die man hat. Ein Beispiel: Hier in Mazabuka haben wir eigentlich keine Probleme mit Strom wegen der Zuckerfabrik die rund um die Uhr Elektrizit\u00e4t braucht. Manchmal haben wir aber dann doch das Pech abends ohne Strom im Dunkeln zu sitzen. Eigentlich m\u00f6chte man bei der Hitze endlich duschen und sein Handy aufladen oder so ungef\u00e4hr. Und dann geht pl\u00f6tzlich -zack- das Licht drau\u00dfen wieder an und in der Umgebung jubeln Kinder und wir rennen auf die Veranda und klatschen und jubeln mit, dass der Strom wiedergekommen ist.<\/p>\n<p>Manchmal vermisse ich nat\u00fcrlich auch die ein oder andere Sache, besonders wenn es um Essen geht. Mir als Aachenerin, die Karneval sehr gern hat, fehlt besonders das Fettgeb\u00e4ck das meine Oma immer backt, Puffeln auf \u00d6cher Platt. Aber, kein Problem hier in Mazabuka! Denn, sobald man vor die T\u00fcre geht, findet man an jeder Ecke Frauen die sogenannte Frittos verkaufen. Und als wir Zuhause selbst welche zubereitet haben, musste ich feststellen, dass die genauso schmecken wie Omas Puffeln.<\/p>\n<p>Darum gibt es immer wieder neue Dinge zu entdecken, die hier wie dort dann letztendlich doch gleich sind. Und es ist sehr sch\u00f6n sich so auch immer wieder \u00fcberraschen zu lassen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 4.Nov. 2015<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>\u00dcber Kochen, Dresscode und Kirche<\/strong><\/p>\n<p>Sambia. Choma, Livingstone und Mazabuka. In den ersten Wochen habe ich schon so viele Pl\u00e4tze in diesem neuen, noch etwas fremden Land gesehen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen-falls.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-30\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen-falls-420x315.jpg\" alt=\"helen-falls\" width=\"420\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen-falls-420x315.jpg 420w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen-falls-744x557.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen-falls.jpg 945w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a>Dieses Jahr habe ich die Orientationswochen bei der Sister in ihrem \u201eConvent\u201c (Kloster) verbringen d\u00fcrfen \u2013 ein Gegensatz zu den letzten Jahren. Aber deswegen habe ich das Leben in Choma und das der Sister hautnah miterleben k\u00f6nnen. Zusammen haben wir gekocht, gesp\u00fclt, gewaschen und den restlichen Haushalt geschmissen.<br \/>\nUnd wenn bei der Sister gekocht wird, oder auch in meiner Familie wo ich nun wohne, dann wird schon morgens damit angefangen (oder am Tag vorher). Es werden Bohnen noch vor dem Fr\u00fchst\u00fcck gek\u00f6chelt, Fisch am Tag vorher getrocknet. Kochen ist hier kein \u201eich w\u00e4rme mir mal eben was in der Mikrowelle auf\u201c. Kochen ist hier ein Prozess und zwar ein Prozess mit viel Geduld und Arbeit. Aber das ist gerade sch\u00f6n. In meiner Familie kochen meistens wir Kinder. Und deswegen verbringen wir schon allein beim Kochen viel Zeit miteinander.<br \/>\nEinmal war es so, dass wir so viel gequatscht haben, dass das Gem\u00fcse schon wieder kalt geworden war und Mama sich beschwert hat. Doch auch sie muss schmunzeln, wenn sie uns in der K\u00fcche h\u00f6rt, wie wir Gospellieder singen oder ich versuche ihnen Paartanz beizubringen.<br \/>\nTanzen und Singen ist hier etwas ganz allt\u00e4gliches. In meinem Freundeskreis in Aachen habe ich oft das Gef\u00fchl, dass besonders die Jungs nicht tanzen weil sie sich sch\u00e4men. Hier sch\u00e4mt sich niemand. Hier werden vor der Kirche, wenn auf ein Treffen gewartet wird (und es wird hier oft gewartet) die Trommeln rausgeholt und es f\u00e4ngt einfach irgendwer an zu tanzen.<br \/>\nGenauso ist das mit Singen. St\u00e4ndig wird gesungen, beim Kochen, beim Kehren, besonders nat\u00fcrlich in der Kirche.<br \/>\nKirche verbindet einfach alles. Und wenn man sonntags zur Messe geht, alle Leute trifft, zusammen singt und lacht, dann f\u00fchle ich einfach, dass Kirche hier lebt und ich w\u00fcnschte ich k\u00f6nnte etwas von diesem \u201eSpirit\u201c mit nach Deutschland nehmen.<br \/>\nGenauso in meiner Familie. Wir sind sehr katholisch und deswegen wird jeden Abend zusammen gebetet, was ich sehr sch\u00f6n finde. Einer leitet immer das Gebet und so kann jeden Tag ein anderes Familienmitglied seine Gedanken mitteilen. Das verbindet.<br \/>\nIch wurde sowieso direkt in die Familie aufgenommen und so habe ich erstmal beim Ankommen einen Tonganamen verpasst bekommen der nichts anderes hei\u00dft als \u201eBlessing\u201c (Segen). Auf Tonga ist das Chileleko und wenn ich mich hier mit diesem Namen vorstelle, ernte ich jedes Mal erstaunte Blicke, weil dieser Jemand nicht glauben kann, dass ein wei\u00dfes M\u00e4dchen Chileleko hei\u00dft. Meine Mutter ist \u00fcberzeugt davon, dass ich allein hier in dieser Familie bin, weil es Gottes Wille war. Und so bin ich ein Segen, eine \u201eChileleko\u201c, und ein weiteres ihrer Kinder und das f\u00fchle ich auch. Ich bin hier keine Fremde.<br \/>\nVom ersten Moment an war ich ein Teil der Familie und als mich der Father in meiner ersten Messe vorgestellt hat und ich und meine Schwester nach vorne kommen mussten, meinte er: \u201eDas sind Helen und Winnie und sie sind Schwestern.\u201c Und alle haben gelacht.<br \/>\nLeider ist unser erstes Meeting der Jugend in meiner Gemeinde ausgefallen, ganz pl\u00f6tzlich. Hier muss man jederzeit auf alles vorbereitet sein, \u201eanytime from now\u201c sagen wir hier. (Jederzeit ab jetzt). Was mich nat\u00fcrlich als modebegeistertes M\u00e4dchen besonders interessiert ist die Kleidung die hier getragen wird. Die Sister meinte zu mir, dass sie sehr streng ist, was Kleidung angeht und sie meinte, dass in Deutschland vielleicht Dinge wie P\u00fcnktlichkeit wichtig sind und hier ist eins der Dinge die wichtig sind der Dresscode. So zieht sich meine Familie jeden Sonntag schick an um zur Messe zu gehen, Kleider werden noch schnell geb\u00fcgelt und Hemden herausgekramt. Und wenn man absolut nicht wei\u00df, was man diesen Sonntag anziehen soll, dann bildet man sich ein Chitenge um, das ist nie verkehrt.<br \/>\nChitenge, das ist ein bedruckter Stoff, den sich die Frauen hier um die H\u00fcften binden. Es gibt Stoff mit kirchlichen Motiven und welchen mit einfachen Mustern. Man kann sie als Tuch, als Rock, als Tragetasche f\u00fcr Babys und Gem\u00fcse benutzten und sie sind nie verkehrt zu tragen. Mit einem Chitenge in der Tasche ist man immer auf der sicheren Seite finde ich.<br \/>\nWas au\u00dferdem typisch hier ist, das ist nat\u00fcrlich das afrikanische Haar \u2013oder sollte ich lieber indisches Haar sagen? Denn irgendwie war ich immer der \u00dcberzeugung, dass die tollen Rastalocken und geflochtenen Z\u00f6pfe der Sambierinnen aus echtem Haar bestehen. Falsch gedacht.<br \/>\nIn meiner zweiten Woche habe ich einen \u201eHairdresser\u201c (Friseur) besucht und da wurden alle Frisuren von lang bis kurz mit falschem Haar angen\u00e4ht, hineingeflochten und aufgedreht. Ich war fasziniert. Und deswegen musste ich mir nat\u00fcrlich auch selbst so eine tolle Frisur verpassen lassen. Acht geschlagene Stunden habe ich dort verbracht, w\u00e4hrend die Friseusen um mich rumgeschwirrt sind und wir Geschichten ausgetauscht haben \u2013\u00fcber Filme die hier wie in Deutschland bekannt sind aber auch \u00fcber Dinge wie, dass in Deutschland in der Kirche nicht getanzt wird, was sie schockierend fanden. Au\u00dferdem habe ich die ein oder andere Geschichte \u00fcber \u201eWitchcraft\u201c (Hexerei) geh\u00f6rt und musste schmunzeln, weil die meisten Leute hier auf diese Zauberei beharren.<br \/>\nSelbst beim Friseur wird man, sobald es Mittag wird, zum Nshima essen eingeladen und selbstverst\u00e4ndlich wird von einem Teller gegessen. Das verbindet irgendwie und ich finde es sehr sch\u00f6n, dass hier alles geteilt wird, egal was es ist und wie wenig man hat, es wird geteilt.<br \/>\nAls ich beim Friseur Nshima mit den H\u00e4nden gegessen habe, waren alle Augenpaare pl\u00f6tzlich auf mich gerichtet. Die Wei\u00dfe ist Nshima mit den H\u00e4nden! Ich habe ihnen erkl\u00e4rt, dass ich sogar schon Nshima gekocht habe und das fanden sie alle gro\u00dfartig.<br \/>\nSo habe ich in dieser ersten Zeit schon viele neue Erfahrungen gesammelt \u2013\u00fcber Haushalt schmei\u00dfen, beten, Familienleben, Tonga lernen. Und ich bin gespannt in welche Situationen ich in den n\u00e4chsten Monaten noch so stolpern werde![:en]<strong>Sich einleben und die deutsche Note hinzugeben<\/strong><\/p>\n<p>Es ist schon ein bisschen seltsam. Seit ich hier in Sambia bin, scheinen die Uhren anders zu ticken und damit meine ich nicht nur die &#8222;sambische Zeit&#8220;. Wenn ich auf die knapp drei Monate zur\u00fcckschaue wei\u00df ich vielmehr nicht, ob mir das l\u00e4nger oder k\u00fcrzer als drei Monate vorkommen soll oder wie lange einem \u00fcberhaupt und normalerweise drei Monate vorgekommen sind. Wahrscheinlich weil diese Zeit so erlebnisreich war, wom\u00f6glich die erlebnisreichste Zeit bisher in meinem Leben. Als ich vor ein paar Jahren beschlossen habe auf jeden Fall nach der Schule ins Ausland zu gehen, wollte ich zun\u00e4chst nur f\u00fcr ein halbes Jahr fort aus Deutschland. Ein Jahr weit weg von meinen Liebsten, das kam mir so unglaublich lange vor. Ich habe gedacht, sich in ein anderes Umfeld einzuleben, das dauert doch nur ein paar Wochen und ein halbes Jahr ist genug Zeit um eine andere Kultur kennenzulernen. Wie falsch ich doch lag! Ich wollte immer, dass Dinge schnell gehen, dass ich schnell hier ankomme, schnell Tonga lerne, schnell genauso gut Nshima kochen kann, schnell eine echte Sambierin werde. Da musste ich aber entt\u00e4uscht werden. Hier laufen viele Dinge langsam. Deswegen war die erste Sache, die ich lernen musste nicht die Sprache oder das Kochen sondern geduldig zu sein, besonders mit mir selbst. Ich bin nun mal eine Deutsche und ich brauche meine Eingew\u00f6hnungszeit. Das mussten nicht meine Familie und Freunde verstehen (die sind alle sehr geduldig mit mir), sondern das musste ich akzeptieren. Und Schritt bei Schritt lernte ich auch, Schritt bei Schritt nahm ich das Leben in meiner Familie und meiner Arbeitsstelle an und gab meine pers\u00f6nliche Note dazu.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-66\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen2-420x315.jpg\" alt=\"helen2\" width=\"420\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen2-420x315.jpg 420w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen2.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a>So ist es nicht nur so, dass ich die Leute auf der Stra\u00dfe in Tonga begr\u00fc\u00dfen kann, denn auf der anderen Seite kann meine Familie mich auf Deutsch zur\u00fcckgr\u00fc\u00dfen. Morgens kommt meine Mutter zum Beispiel ins Zimmer und sagt &#8222;Guten Morgen Chile&#8220; und ich sage&#8220; Mwabuka buti?&#8220; und sie antwortet &#8222;Kabotu&#8220; (das ist der Gru\u00df am Morgen in Tonga). Das Beste daran ist aber, dass sie auch meine Schwester im Nachbarzimmer mit &#8222;Guten Morgen&#8220; weckt. So lebt meine Kultur auch ohne mich hier weiter, genauso wie ich vorhabe all diese Erfahrungen sp\u00e4ter in Deutschland zu teilen. Noch besser ist dann aber, wenn meine Schwester meine Mutter in ihrer deutschen Aussprache verbessert. &#8222;Mama das wird Guten Morgen ausgesprochen! Du sagst es falsch!&#8220; Das ist doch mal Kulturaustausch auf Augenh\u00f6he.<\/p>\n<p>Dieser Kulturaustausch l\u00e4sst sich auch sehr gut an meiner Arbeitsstelle finden. Ich bin zurzeit in einer Behindertenschule t\u00e4tig und hier habe ich noch kein Mal erlebt, dass die Kinder &#8222;Mzungo&#8220; rufen wenn sie mich sehen. Mzungo bedeutet, dass ich eine Wei\u00dfe bin und ich mag es gar nicht, wenn ich \u00fcber die Stra\u00dfe gehe und die Kinder dieses Wort rufen. Ich bin nat\u00fcrlich eine Wei\u00dfe und ich kann verstehen, dass die Kinder aufgeregt sind, wenn sie pl\u00f6tzlich ein wei\u00dfes M\u00e4dchen an ihrem Haus vorbeilaufen sehen. Aber ich bin nicht NUR eine Wei\u00dfe. Die Kinder in der Schule haben mich von dem ersten Moment an so angenommen wie ich bin und so macht es keinen Unterschied, dass wir andere Hautfarben haben. Ich gebe Unterricht so gut ich kann und mache mit, wenn andere Lehrer Unterricht geben. So \u00fcbten wir f\u00fcr den Independence Day ein Lied in Bemba ein und ich sang mit auch wenn meine Aussprache bestimmt nicht die Beste war. Aber die Kinder haben sich total gefreut, dass ich mitmachte. Singen. Das k\u00f6nnen die Kinder gut. Bevor der Schulbus kommt, werden die Klassenr\u00e4ume gefegt und es wird gewartet. Dann schnappt sich einer der \u00e4lteren Jungs eine Trommel aus dem Klassenzimmer und pl\u00f6tzlich kommen alle Kinder an, umschwirren ihn, klatschen, trampeln, zerren mich in die Mitte und meinen ich soll tanzen. Meistens lachen sie \u00fcber meine Art zu tanzen und ich muss oft feststellen, dass die Sch\u00fcler hier es besser k\u00f6nnen als ich, egal ob sie nun ein Handicap haben oder nicht. Am Independence Day haben ein paar der M\u00e4dchen eine Art Marsch vorgef\u00fchrt und nat\u00fcrlich habe ich mitgemacht. Jeder von uns hat einen schwarz-wei\u00df angemalten Stock in die Hand bekommen. Mit dem marschiert man auf und ab w\u00e4hrend einer Trommel spielt und macht unterschiedliche Bewegungen. Es hat so viel Spa\u00df gemacht! Und noch besser war zu sehen wie gl\u00fccklich die Leute waren ein wei\u00dfes M\u00e4dchen mitmarschieren zu sehen. Au\u00dferdem hatten wir eine Feier in der Gemeinde unter den Jugendlichen wo ordentlich getanzt wurde -und diesmal nicht nur auf sambische Art! Ich habe den M\u00e4dchen n\u00e4mlich den f\u00fcr Karneval typischen Gardetanz beigebracht und alle waren total begeistert.<\/p>\n<p>Was ich hier in meiner Familie besonders lerne, ist, die Dinge zu sch\u00e4tzen, die man hat. Ein Beispiel: Hier in Mazabuka haben wir eigentlich keine Probleme mit Strom wegen der Zuckerfabrik die rund um die Uhr Elektrizit\u00e4t braucht. Manchmal haben wir aber dann doch das Pech abends ohne Strom im Dunkeln zu sitzen. Eigentlich m\u00f6chte man bei der Hitze endlich duschen und sein Handy aufladen oder so ungef\u00e4hr. Und dann geht pl\u00f6tzlich -zack- das Licht drau\u00dfen wieder an und in der Umgebung jubeln Kinder und wir rennen auf die Veranda und klatschen und jubeln mit, dass der Strom wiedergekommen ist.<\/p>\n<p>Manchmal vermisse ich nat\u00fcrlich auch die ein oder andere Sache, besonders wenn es um Essen geht. Mir als Aachenerin, die Karneval sehr gern hat, fehlt besonders das Fettgeb\u00e4ck das meine Oma immer backt, Puffeln auf \u00d6cher Platt. Aber, kein Problem hier in Mazabuka! Denn, sobald man vor die T\u00fcre geht, findet man an jeder Ecke Frauen die sogenannte Frittos verkaufen. Und als wir Zuhause selbst welche zubereitet haben, musste ich feststellen, dass die genauso schmecken wie Omas Puffeln.<\/p>\n<p>Darum gibt es immer wieder neue Dinge zu entdecken, die hier wie dort dann letztendlich doch gleich sind. Und es ist sehr sch\u00f6n sich so auch immer wieder \u00fcberraschen zu lassen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 4.Nov. 2015<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>\u00dcber Kochen, Dresscode und Kirche<\/strong><\/p>\n<p>Sambia. Choma, Livingstone und Mazabuka. In den ersten Wochen habe ich schon so viele Pl\u00e4tze in diesem neuen, noch etwas fremden Land gesehen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen-falls.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-30\" src=\"http:\/\/eine-welt-engagement.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen-falls-420x315.jpg\" alt=\"helen-falls\" width=\"420\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen-falls-420x315.jpg 420w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen-falls-744x557.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-engagement.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/helen-falls.jpg 945w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a>Dieses Jahr habe ich die Orientationswochen bei der Sister in ihrem \u201eConvent\u201c (Kloster) verbringen d\u00fcrfen \u2013 ein Gegensatz zu den letzten Jahren. Aber deswegen habe ich das Leben in Choma und das der Sister hautnah miterleben k\u00f6nnen. Zusammen haben wir gekocht, gesp\u00fclt, gewaschen und den restlichen Haushalt geschmissen.<br \/>\nUnd wenn bei der Sister gekocht wird, oder auch in meiner Familie wo ich nun wohne, dann wird schon morgens damit angefangen (oder am Tag vorher). Es werden Bohnen noch vor dem Fr\u00fchst\u00fcck gek\u00f6chelt, Fisch am Tag vorher getrocknet. Kochen ist hier kein \u201eich w\u00e4rme mir mal eben was in der Mikrowelle auf\u201c. Kochen ist hier ein Prozess und zwar ein Prozess mit viel Geduld und Arbeit. Aber das ist gerade sch\u00f6n. In meiner Familie kochen meistens wir Kinder. Und deswegen verbringen wir schon allein beim Kochen viel Zeit miteinander.<br \/>\nEinmal war es so, dass wir so viel gequatscht haben, dass das Gem\u00fcse schon wieder kalt geworden war und Mama sich beschwert hat. Doch auch sie muss schmunzeln, wenn sie uns in der K\u00fcche h\u00f6rt, wie wir Gospellieder singen oder ich versuche ihnen Paartanz beizubringen.<br \/>\nTanzen und Singen ist hier etwas ganz allt\u00e4gliches. In meinem Freundeskreis in Aachen habe ich oft das Gef\u00fchl, dass besonders die Jungs nicht tanzen weil sie sich sch\u00e4men. Hier sch\u00e4mt sich niemand. Hier werden vor der Kirche, wenn auf ein Treffen gewartet wird (und es wird hier oft gewartet) die Trommeln rausgeholt und es f\u00e4ngt einfach irgendwer an zu tanzen.<br \/>\nGenauso ist das mit Singen. St\u00e4ndig wird gesungen, beim Kochen, beim Kehren, besonders nat\u00fcrlich in der Kirche.<br \/>\nKirche verbindet einfach alles. Und wenn man sonntags zur Messe geht, alle Leute trifft, zusammen singt und lacht, dann f\u00fchle ich einfach, dass Kirche hier lebt und ich w\u00fcnschte ich k\u00f6nnte etwas von diesem \u201eSpirit\u201c mit nach Deutschland nehmen.<br \/>\nGenauso in meiner Familie. Wir sind sehr katholisch und deswegen wird jeden Abend zusammen gebetet, was ich sehr sch\u00f6n finde. Einer leitet immer das Gebet und so kann jeden Tag ein anderes Familienmitglied seine Gedanken mitteilen. Das verbindet.<br \/>\nIch wurde sowieso direkt in die Familie aufgenommen und so habe ich erstmal beim Ankommen einen Tonganamen verpasst bekommen der nichts anderes hei\u00dft als \u201eBlessing\u201c (Segen). Auf Tonga ist das Chileleko und wenn ich mich hier mit diesem Namen vorstelle, ernte ich jedes Mal erstaunte Blicke, weil dieser Jemand nicht glauben kann, dass ein wei\u00dfes M\u00e4dchen Chileleko hei\u00dft. Meine Mutter ist \u00fcberzeugt davon, dass ich allein hier in dieser Familie bin, weil es Gottes Wille war. Und so bin ich ein Segen, eine \u201eChileleko\u201c, und ein weiteres ihrer Kinder und das f\u00fchle ich auch. Ich bin hier keine Fremde.<br \/>\nVom ersten Moment an war ich ein Teil der Familie und als mich der Father in meiner ersten Messe vorgestellt hat und ich und meine Schwester nach vorne kommen mussten, meinte er: \u201eDas sind Helen und Winnie und sie sind Schwestern.\u201c Und alle haben gelacht.<br \/>\nLeider ist unser erstes Meeting der Jugend in meiner Gemeinde ausgefallen, ganz pl\u00f6tzlich. Hier muss man jederzeit auf alles vorbereitet sein, \u201eanytime from now\u201c sagen wir hier. (Jederzeit ab jetzt). Was mich nat\u00fcrlich als modebegeistertes M\u00e4dchen besonders interessiert ist die Kleidung die hier getragen wird. Die Sister meinte zu mir, dass sie sehr streng ist, was Kleidung angeht und sie meinte, dass in Deutschland vielleicht Dinge wie P\u00fcnktlichkeit wichtig sind und hier ist eins der Dinge die wichtig sind der Dresscode. So zieht sich meine Familie jeden Sonntag schick an um zur Messe zu gehen, Kleider werden noch schnell geb\u00fcgelt und Hemden herausgekramt. Und wenn man absolut nicht wei\u00df, was man diesen Sonntag anziehen soll, dann bildet man sich ein Chitenge um, das ist nie verkehrt.<br \/>\nChitenge, das ist ein bedruckter Stoff, den sich die Frauen hier um die H\u00fcften binden. Es gibt Stoff mit kirchlichen Motiven und welchen mit einfachen Mustern. Man kann sie als Tuch, als Rock, als Tragetasche f\u00fcr Babys und Gem\u00fcse benutzten und sie sind nie verkehrt zu tragen. Mit einem Chitenge in der Tasche ist man immer auf der sicheren Seite finde ich.<br \/>\nWas au\u00dferdem typisch hier ist, das ist nat\u00fcrlich das afrikanische Haar \u2013oder sollte ich lieber indisches Haar sagen? Denn irgendwie war ich immer der \u00dcberzeugung, dass die tollen Rastalocken und geflochtenen Z\u00f6pfe der Sambierinnen aus echtem Haar bestehen. Falsch gedacht.<br \/>\nIn meiner zweiten Woche habe ich einen \u201eHairdresser\u201c (Friseur) besucht und da wurden alle Frisuren von lang bis kurz mit falschem Haar angen\u00e4ht, hineingeflochten und aufgedreht. Ich war fasziniert. Und deswegen musste ich mir nat\u00fcrlich auch selbst so eine tolle Frisur verpassen lassen. Acht geschlagene Stunden habe ich dort verbracht, w\u00e4hrend die Friseusen um mich rumgeschwirrt sind und wir Geschichten ausgetauscht haben \u2013\u00fcber Filme die hier wie in Deutschland bekannt sind aber auch \u00fcber Dinge wie, dass in Deutschland in der Kirche nicht getanzt wird, was sie schockierend fanden. Au\u00dferdem habe ich die ein oder andere Geschichte \u00fcber \u201eWitchcraft\u201c (Hexerei) geh\u00f6rt und musste schmunzeln, weil die meisten Leute hier auf diese Zauberei beharren.<br \/>\nSelbst beim Friseur wird man, sobald es Mittag wird, zum Nshima essen eingeladen und selbstverst\u00e4ndlich wird von einem Teller gegessen. Das verbindet irgendwie und ich finde es sehr sch\u00f6n, dass hier alles geteilt wird, egal was es ist und wie wenig man hat, es wird geteilt.<br \/>\nAls ich beim Friseur Nshima mit den H\u00e4nden gegessen habe, waren alle Augenpaare pl\u00f6tzlich auf mich gerichtet. Die Wei\u00dfe ist Nshima mit den H\u00e4nden! Ich habe ihnen erkl\u00e4rt, dass ich sogar schon Nshima gekocht habe und das fanden sie alle gro\u00dfartig.<br \/>\nSo habe ich in dieser ersten Zeit schon viele neue Erfahrungen gesammelt \u2013\u00fcber Haushalt schmei\u00dfen, beten, Familienleben, Tonga lernen. Und ich bin gespannt in welche Situationen ich in den n\u00e4chsten Monaten noch so stolpern werde![:]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[:de] Zeitreise in mein FSJ Als ich 2015\/16 in Mazabuka mein FSJ gemacht habe, kam nat\u00fcrlich die Frage auf, ob ich denn vorhabe wieder zur\u00fcck zukommen. Am Liebsten nat\u00fcrlich, ob ich \u201cfor good\u201c, sprich f\u00fcr immer, nach Sambia zur\u00fcck kehre. Nun endlich, dieses Jahr, im Februar, habe ich es hinbekommen ein wenig Geld zusammenzusuchen, einen &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/helen-in-masabuka\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":66,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-29","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","nodate","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":510,"href":"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29\/revisions\/510"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/66"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eine-welt-engagement.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}